Sous vide Eigenbau – „the next level“

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In dem Artikel über meine Sous vide Eigenbau-Lösung habe ich schon auf einige Probleme hingewiesen, die für mich noch nicht zufriedenstellend zu lösen waren.
Zum einen gibt es keine Isolation. Dadurch kommt es zu häufigem Nachheizen. Gewünscht wird jedoch, daß die Temperatur möglichst konstant bleibt.
Ein weiteres Problem ist die Energiespeicherug in der Kochplatte, die dazu führt, dass nach Abschaltung durch das Thermostat die Temperatur noch ansteigt (je nachdem wie lange die Aufheizphase zuvor war – bis zu 3 Grad C).
Doch nun zum Projekt:
Die genannten Nachteile sollten beseitigt werden, dabei sollte eine praktikable Methode rauskommen.
… und natürlich die Kosten: Das Experiment sollte vom finanziellen Aufwand im Rahmen bleiben, das meiste sollte mit Bordmitteln zu machen sein.

Was braucht man also:
– 1 Styroporbox (bestellt bei Amazon), Wandstärke 3 cm, Innenmaße 27,5 cm x 27,5 cm x 15 cm, entsprechend 11 l Fassungvermögen (15 € incl. Versand)
1 Reisetauchsieder 350 W (ca. 19 € incl. Versand)
Buchstütze – Preis ca. 7 €)
Aquariumpumpe (16,45 €)
Universalthermostat ca. 44 €
Heißklebepistole
– Gewebeklebeband, doppelseitiges Klebeband, 1 großer Müllsack (vorhanden = Bordmittel)
– Cuttermesser (vorhanden = Bordmittel)
– CD-Hülle (vorhanden = Bordmittel)
– Trinkhalm (vorhanden = Bordmittel)

Die Überlegung war die, daß man ein Sous vide-Wasserbad direkt in einer Styropor-Box bauen könnte.
Ich hatte bei Youtube ein Video gesehen, bei dem in einem Bierkühler Steaks gemacht wurden (Sous vide cooking in a beer cooler).
Styropor ist lebensmittelecht, eine Temperaturstabilität besteht bis ca. 70° – 100° (Wikipedia-Artikel zu Styropor). Zudem ist es relativ leicht und auch leicht zu bearbeiten.

Für das Setup muss man die Box etwas modifizieren:
Zuerst habe ich aus dem Deckel der Box eine Öffnung ausgeschnitten, in die die Wärmequelle eingeklebt wird.
In diesem Fall ist das ein kleiner Reisetauchsieder.

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Die Öffnung habe ich so geschnitten, daß sich eine Keilform ergibt. Dadurch sitzt dieser Deckel mit dem Tauchsieder fest in der Box,  wenn er wieder eingesetzt wird.
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Der Heizstab muss im Deckel so verklebt werden, daß kein Kontakt zur Styroporwand entstehen kann. Sonst besteht die Gefahr, daß der Heizstab ein Loch in die Wand schmilzt.

Die Buchstütze habe ich sozusagen als Abstandshalter in die Box eingebracht, damit das Gargut nicht an den Heizstab kommen kann und die Folie nicht schmilzt.

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Bei den ersten Versuchen hat sich gezeigt, daß die Box nicht komplett wasserdicht ist. Deshalb habe ich sie mit einer verstärkten Folie, die ich aus einem 120 l – Müllsack geschnitten habe, ausgelegt. Diese habe ich mit Gewebeklebeband und doppelseitigem Klebeband fixiert.
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Die leere alte CD-Hülle habe ich an die Wand der Box geklebt, damit die Saugnäpfe der Pumpe sich daran festsaugen können und die Pumpe sich nicht in der Box bewegt.

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Ein Trinkhalm wird mit dem Cuttermesser längs aufgeschnitten und mit 2 Klebepunkten an der Wand der Box befestigt. Der Trinkhalm dient zur Positionierung und Kabelführung des Messfühlers des Thermostats.

Durch die Anordnung pumpt die Aquariumpumpe das Wasser am Heizstab vorbei. Dahinter wurde der Temperaturfühler im Flüssigkeitsstrom angeordnet, damit das Thermostat frühzeitig abschalten kann und die reale Temperatursteuerung möglichst schnell reagiert.
Für einen ersten Testlauf habe ich die Box mit warmem Wasser befüllt und die Komponenten eingesetzt.
Die Außenseite der Box habe ich mit Gewebeklebeband verstärkt, da sich bei 8 l Wasserinhalt die Seitenwände etwas vorgewölbt haben.

Bei den Tests ergiebt sich eine sehr gute Temperaturstabilität.

Der Vorteil der kleinen Heizquelle ist die gute Steurbarkeit. Im Testbetrieb lag die Abweichung bei 0,1 Grad Celsius vom eingestellten Wert.

Nachteilig ist jedoch, daß das System in der Aufheizphase etwas länger braucht (0,6 °C/ min entsprechend 1,6 min / 1 °C). Deshalb ist es von Vorteil bereits heißes Wasser einzufüllen, damit die Aufheizphase zur Zieltemperatur verkürzt wird.

Auch ohne zusätzliche Wärmezufuhr hält die Box im geschlossenen Zustand die Temperatur sehr gut. Der Temperaturverlust beträgt etwa 1,5 °C / h.

Der Energieverbrauch ist bei den Tests bei ca. 0,4 kW/24 h.
D.h. im Vergleich zur Methode mit dem Pastatopf ist der Energieverbrauch auf 1/3 reduziert.
Aber das hier war nur der Anfang…
Peroneus

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